Israel

 

 

6. - 24.5.2023

Km: 460

Km Total: 34’440

18 Tage verbringen wir in Israel. Die Umstellung von den arabischen und muslimischen Ländern, in denen wir Monate verbringen durften, zu Israel, einem Europa-ähnlichen Land, ist enorm. Die Leute sind oft verschlossener und auf ein herzliches „Welcome to Israel“ wartet man vergebens. Aber bei uns zu Hause ist ja nicht anders :-).

Wir bewegen uns hauptsächlich im Norden, denn wir haben keine Motivation mehr viel zu fahren und man muss ja auch nicht alles sehen.

Israel, ein Land mitten in der arabischen Welt, wo Konflikte rundherum an der Tagesordnung sind. Wir lesen uns etwas in die Geschichte ein und versuchen das äusserst komplexe Geschehen in dieser Region zu verstehen.   

Wir entdecken die unterschiedlichsten Orte. Wie das Städtchen Tsfat, das extrem geprägt ist vom orthodoxen Judentum, wo die meisten Männer in ihren Zottelhemden, dem jüdischen Käppchen „Kippa“ und den langen Schläfenlocken herumlaufen.

Dann entdecken wir Nazareth, der Ort der Empfängnis, einer der Pflichtstationen für jeden christlichen Pilger. Nazareth ist hingegen wieder völlig anders und ist hauptsächlich von Arabern bewohnt. Hier sehen wir auch, dass es in den Gassen oft schmutziger und etwas runtergekommener ist. Angeblich, da die ultrarechte Regierung diese „arabische“ Stadt links liegen lässt und viel weniger Geld investiert als in anderen Orten wie dem jüdisch geprägten Jerusalem.

Neben den Städten zieht es uns natürlich auch in die Natur. Ein paar Tage verbringen am malerischen See Genezareth (Sea of Galilee), wo angeblich Jesus übers Wasser lief. Des Weiteren zieht es uns ans Meer, an die Grenze zum Libanon, wo wir die fantastischen Grotten von Rosh haNikra bestaunten. Zu unserer Überraschung sind auch einige Personen am Kiten am Strand, also packen wir doch unser Zeugs auch aus und rauschen an zwei Tagen übers raue Meer.

Weiter südlich besuchen wir die alte Hafenstadt Akko. Ein Schmuckstück von einer antiken Kreuzritter-Stadt. Aber eine Geschichte dahinter, die uns wieder einmal mehr vor Augen führt wie grausam der Mensch, zur Zeit der Kreuzzüge, zu seinen Mitmenschen war. 

Gegen Ende unseres Israel Besuchs fahren wir unsere letzten Kilometer nach Haifa. Hier besuchen wir den Agenten für die Verschiffung, bezahlen 1550€ (1200€ Fracht, 350€ Hafengebühren), fahren einem Hafenangestellten hinterher zum Hafen und geben schweren Herzens unser Häuschen und den Schlüssel dazu ab. Alles geht sehr speditiv und wir haben noch ein paar Stunden Zeit für die Besichtigung von Haifa, bevor wir mit dem Zug nach Tel Aviv fahren. Zwei Nächte verbringen wir in einem Hotel und erkunden die Stadt. Tel Aviv ist sehr europäisch, gefällt uns aber mit seiner Altstadt Jaffa, den Märkten, den vielen kleinen Boutiquen, dem Strand und den modernen Cafés sehr gut!

Israel gefällt uns gut, aber es gibt einem auch zu denken wie unstabil und konfus die Region ist! Eine krasse Tatsache ist, dass jeder jüdische Bürger (ausser die hochreligiösen) drei Jahre in den Militärdienst müssen. Auch Frauen. Wird somit auch eine Denkweise eingetrichtert, die es schwieriger macht irgendeinmal Frieden zu finden? Auch haben wir das Gefühl, dass die Araber und die Juden zwar miteinander Leben und Arbeiten, aber im Privaten vermutlich alles getrennt abläuft. Parallele Welten im selben Land. Zu Gesicht bekommen wir dies auch auf einem Fussballplatz wo Kinder Fussball spielten. In der einen Hälfte die Araber auf der anderen Spielhälfte die Juden. Vermutlich ein exemplarisches Beispiel der getrennten Gesellschaften.

Auf unserem Flug von Israel nach Griechenland schauen wir zum Fenster hinaus und prüfen ob wir nicht doch den Iveco auf einem Schiff sehen ;-).